Vorstellungsgespräch Unzulässige Fragen

Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch

 

Einige Fragen dürfen rechtlich während eines Vorstellungsgesprächs nicht gestellt werden. Diese Fragen werden unzulässige Fragen genannt. Über diesen Themenbereich solltest du gut informiert sein.

Hintergrund ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das dafür sorgt, dass niemand in unserer Gesellschaft benachteiligt wird (z.B. Behinderte oder Schwangere). Dementsprechend wäre es unzulässig, einen Bewerber oder eine Bewerberin nach einem eventuellen Kinderwunsch zu befragen. Das Gesetz hat das Ziel „Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.“ (Paragraph 1, AGG).

Vorstellungsgespräch Unzulässige Fragen

Es gibt einige Fragen, die ein Unternehmen einen Bewerber im Vorstellungsgespräch nicht fragen darf.

Die Frage nach gesundheitlichen Einschränkungen oder Behinderungen kann in bestimmten Branchen zulässig sein, wenn das für den Beruf relevant ist. Bewirbt sich jemand auf die Stelle als Pilot, darf also nach Krankheiten wie Epilepsie gefragt werden, da dies für die erfolgreiche Ausübung des Berufs ein wichtiger Faktor ist.

Bist du mit einer derartigen Frage konfrontiert und blockst einfach mit den Worten “Brauche ich nicht zu beantworten” ab, kann unter Umständen das Gespräch eskalieren. Klüger ist es, die Frage mit einer freundlichen Bemerkung bezüglich der Relevanz zu umgehen, oder du antwortest dezent ausweichend (“Eine Familie könnte ich mir generell vorstellen, aber nicht in nächster Zeit.”).

Wenn die Frage gesetzlich nicht zulässig ist, darfst du auf die jeweilige Fragen sogar bewusst falsch antworten. Damit soll verhindert werden, dass sich Bewerber unter Druck gesetzt fühlen, wenn die Frage doch gestellt wird. Dadurch, dass ein Bewerber hierbei falsche Angaben machen darf, wird die Frage für die Interviewer nicht mehr auswertbar und ist damit ein Mechanismus, um sie aus Bewerbungsgesprächen zu verbannen.

Natürlich bezieht sich dieser gesetzliche Schutz nur auf unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch. Unzulässige Themen sind beispielsweise die Religionszugehörigkeit, sexuelle Orientierung, Zugehörigkeit zu Vereinen, und Behinderungen.

Es kann hier aber im Einzelfall auch Ausnahmen geben, wie das Beispiel der Piloten oben zeigt. Auch darf beispielsweise eine kirchlich getragene Institution nach der Zugehörigkeit zu der Glaubensgemeinschaft fragen.

Ansonsten darf während des Gesprächs natürlich nicht gelogen werden. Eine Lüge kann zur Auflösung deines Arbeitsvertrags führen. Daher konsultiere im Zweifelsfall unbedingt einen Rechtsanwalt, wenn du dir nicht sicher bist, ob eine Frage unzulässig ist.

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